Die US-amerikanische Arzneimittelbehörde FDA (Food and Drug Administration) veröffentlichte am 31. März 2026 eine Mitteilung zur Arzneimittelsicherheit, in der sie medizinisches Fachpersonal und Patienten auf schwerwiegende Fälle von arzneimittelinduzierten Leberschäden (DILI) im Rahmen der Überwachung nach der Markteinführung von Avacopan hinwies – darunter auch Fälle mit tödlichem Ausgang.
Obwohl die FDA außerhalb des europäischen Regulierungsrahmens tätig ist, sind ihre Erkenntnisse aus der Überwachung nach der Markteinführung für die laufende Bewertung durch die EMA von unmittelbarer Relevanz.
Die FDA identifizierte 76 Fälle von DILI mit einem plausiblen Kausalzusammenhang zur Anwendung von Avacopan. Davon hatten 74 einen schwerwiegenden Verlauf, darunter 54 Krankenhausaufenthalte und 8 Todesfälle. Eine besonders besorgniserregende Untergruppe von 7 Fällen betraf das durch Biopsie bestätigte Vanishing-Bile-Duct-Syndrom (VBDS) – eine fortschreitende und potenziell irreversible Zerstörung der Gallengänge –, von denen 3 tödlich verliefen. Die mediane Zeit vom Beginn der Avacopan-Einnahme bis zum Auftreten der Leberschädigung betrug 46 Tage (Bereich: 22–140 Tage).
Die geografische Verteilung ist bemerkenswert: 66 der 76 Fälle wurden aus Japan gemeldet, wo Avacopan weitaus häufiger verschrieben wurde als in Europa und wo eine höhere Hintergrundrate an Lebertoxizität besteht. Vier Fälle wurden aus Europa gemeldet. Dieser Kontext ist relevant, mindert jedoch nicht die Schwere des Signals.
Hepatotoxizität (durch das Medikament verursachte Leberschädigung) war bereits auf der Grundlage der ADVOCATE-Studie als bekannte Nebenwirkung in der Produktinformation aufgeführt. Neu ist das Auftreten von VBDS und tödlichen DILI-Verläufen im realen Postmarketing-Umfeld – ein Befund, der über das hinausgeht, was in der kontrollierten Studienumgebung beobachtet wurde